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Forschungsprojekte

2000: Forschungsprojekt und Buch Zeugnisse Sterbender. Todesnähe als Wandlung und letzte Reifung. 4. durchges. u. erw. Aufl. 2008 (bis 2008: Erfahrungen mit 600 Sterbenden)
Anzahl erfasste Patienten: 80
Erfassungszeit: 18 Monate
Klientel: Sterbende und Angehörige
Klinik: Onkologie Kantonsspital St. Gallen





Fragen, die angegangen wurden, betrafen das innere Erleben der Patienten. So etwa, ob Em-pfindungen von Durchgang und Angst signalisiert würden oder ob sich ein Wandel in der Wahr-nehmungsweise bis hin zu einer spirituellen Öffnung ereigne. Was hält Sterbende noch fest, die einfach nicht sterben können? Was hilft im Bestehen von Not und Ohnmacht? Gibt es ein Drängen nach letzter Reifung, nach innerem „Aufräumen“ und Sich-Bereiten für eine Begegnung mit dem Letzten. Mich interessierte aber auch die Kommunikation solcher Menschen und ihre Erreichbarkeit, etwa durch Musik, durch zentrale biographische Sätze, durch ihre Nächsten. Wie können verwirrtes Reden, sogenannt terminale Kommunikation, Körpersprache oder gelebte Symbolsprache ent-schlüsselt und unserem Verstehen zugänglich gemacht werden?

Zu den Resultaten - einige Beispiele:

- 43 Patienten signalisierten auf den Tod hin eine "spirituelle Öffnung." Bei den übrigen 37 war Ähnliches nicht auszuschliessen, aber unserem Blick entzogen. In all unseren Ahnungen über die Todesnähe bleibt der Tod selbst Geheimnis!
- 25 litten an Familientabus und Sorgenkindern. Ihnen halfen Familienprozesse und Kommunikation.
- 33 der 80 Erfassten signalisierten im somnolenten Zustand, dass sie noch hörten


Das Buch zählt nicht nur, sondern erzählt. Es spricht nicht nur von der Würde dieser Menschen, sondern macht sie in zahlreichen Beispielen anschaulich. Die Neuauflage 2005 enthält zusätzlich Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen zum Thema, einen Ratgeber für Angehörige und Betroffene zur Kommunikation am Sterbebett sowie zu konkreten Situationen der Überforderung. Die Neuauflage stützt sich auf Erfahrungen im Umgang mit über 400 Sterbenden und Angehörigen.


2008: Forschungsprojekt zum Buch Erlösung aus Prägung. Botschaft und Leben Jesu als Überwindung der menschlichen Angst-, Begehrens- und Machtstruktur.
Anhand des Parameters Loslassen-können untersucht dieses Projekt Prägung und eine Angst-, Begehrens- und Machtstruktur.

Anzahl erfasster Patienten: 187
Erfassungszeit: 1 Jahr
Klientel: Sterbende, Schwerkranke und Angehörige
Klinik: Onkologie, Kantonsspital St. Gallen

Die Schwierigkeit im Loslassen von Leben, Ich und Identität, von eigenen Vorstellungen, Wünschen, ja einer Lebensgier zeigt, worin Menschen geprägt sind.

Auf der Ebene der Urbefindlichkeit, die zurückgeht in intrauterine Zustände, perinatale und früheste Säuglings- und Kindheitserlebnisse, ist die primäre Angststruktur angesiedelt. Eine zweite, sachliche Ebene betrifft das Verhältnis zu den Gütern dieser Welt (Begehrensstruktur). Im Verhältnis zum Du(Beziehungsebene) erkenne ich die Machtstruktur.

Die Frage nach dem Warum (Theodizeefrage) allein ist noch kein Hinweis auf eine ausgeprägte Angst-, Begehrens- oder Machtstruktur. Erlöst werden muss der Mensch nicht primär aus Schuld, sondern aus Prägung.

Zu den Resultaten:

- 171 von insgesamt 187 Patienten waren in diesem Sinn erlösungsbedürftig
- Erlösung (innere Wandlung) geschieht meist unbewusst oder halbbewusst. Bei 40 Patienten konnte von Umkehr, Wandlung oder neuer Identität gesprochen werden
- Bei sämtlichen 40 Patienten mit neuer Identität spielte ein Mit-Sein durch zumindest eine Person (Angehörige oder Begleitende) eine wichtige Rolle (= existentielles Mit-Sein)
- existentielles Mit-Sein (= Liebeserfahrung) ist der wichtigste Faktor, um Menschen auf ihrem Weg aus Prägung herauszuhelfen. Alle anderen therapeutischen Angebote (Gespräch, Information, Körper, Musik, Religion) entsprechen den wechselnden Bedürfnissen der Kranken



2003: Forschungsprojekt und Buch Grenzerfahrung Gott. Spirituelle Erfahrungen in Leid und Krankheit.
Dieses Projekt fragt nach Wesen, Inhalt und Wirkungen von spiritueller Erfahrung. Projektdauer 2½ Jahre, eigentliche Erfassungszeit 1 Jahr.
Klientel: Schwerkranke, die teils während der Projektdauer starben, teils nochmals heimkehrten.
Klinik: Onkologie, Kantonsspital St.Gallen.
Erfasst wurden (von total 251 Betreuten) 135 Patienten, die insgesamt (!) spirituelle Erfahrungen gemacht hatten. Sie waren teils religiös, teils an Gott und Religion nicht interessiert oder gar atheistisch.

Spiritualität und spirituelle Erfahrungen erkennt man spätestens an dem, was sie bewirken. Sie erschüttern, machen ergriffen. Alle 135 Patienten fühlten sich nach solchen Erfahrungen anders im Körper, anders bei sich selbst, in Zeit und Raum, in der Gegenwart. 71-mal wurde eine veränderte Beziehung zur Krankheit, 62-mal zu Leben und Sterben, 68-mal zu Gott signalisiert. Spiritualität ist eine energetische Wirklichkeit, die Kraft und Kreativität in Heilungs- und Sterbeprozesse hineinbringt. Sie weist von unrealistischer zu gesunder Hoffnung und verbessert die Daseinsqualität inmitten von Krankheit. Patienten finden tiefer zu Sein und Identität.

Spirituelle Erfahrung kann nicht gemacht werden, wohl aber gibt es unterstützende Hilfeleistungen auf dem Weg dahin. Solche waren: Klangreisen/Musik/Entspannung/Stille (98x), Seelsorgedienste (80x), Empathie bis hin zum existentiellen Mit-Sein (84x), feierliches Versammelt-Sein von Angehörigen, Erfahrung von Versöhnung (40x).

Lassen sich spirituelle Erfahrungen ordnen, vergleichen, kategorisieren? Das Buch spricht von 5 Erfahrungsweisen des Einen, Heiligen Ganzen.



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